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1969 VW Karmann-Ghia Typ 14

Dieser Karmann-Ghia Typ 14 würde – sofern er sprechen könnte – eine besonders illustre Geschichte erzählen. Doch zunächst zu den Eckdaten. Das Fahrzeug hat zwei im originalen Pappbrief eingetragene Halter und wurde nach der Außerbetriebsetzung im Januar 1984 nicht wieder zugelassen. Der stillgelegte Karmann wurde im Jahre 1990 vom jetzigen Besitzer in demontiertem Zustand als erstes Auto gekauft. Damals war der Besitzer 15 Jahre alt. Der Kilometerstand von 57535 km wurde dem Käufer damals nachgewiesen und hat sich seitdem nicht geändert – nach der Öffnung des Originalmotors (Motornummer stimmt mit der im Brief überein) wurde die Laufleistung anhand der exzellent erhaltenen Hohnspuren nochmals verifiziert.

Doch nun zurück zum Anfang der Geschichte: Der Eigentümer hat als 15-Jähriger gerade seinen 80-cm³-Führerschein bestanden, als er in der Garage seines Fahrlehrers diesen Karmann-Ghia in reparaturbedürftiger Verfassung entdeckte. Das Konfirmationsgeld, das eigentlich für die Anschaffung einer 80er bestimmt war, wurde prompt in den Karmann investiert. Da der Besitzer aus einer KFZ-affinen Familie stammt, wurde diese Entscheidung mit viel Verständnis quittiert und das Fahrzeug zunächst in einer Scheune abgestellt.

Das nächste große Kapitel beginnt mit der Lackierer-Meisterprüfung eines Freundes des Besitzers. Dieser war auf der Suche nach einem Fahrzeug, das als Meisterprüfungsobjekt fungieren konnte. Der Besitzer konnte ihn dazu bewegen, den Karmann zu verwenden. Dafür wurde das Fahrzeug in einem mehrwöchigen Schweißmarathon fit für die Prüfung gemacht. Es sollte in der originalen Farbkombination Dunkelgrün mit weißem Dach lackiert werden. Wegen einer Vorgabe in den Statuten der Meisterprüfung musste ein Metallic-Lack aufgetragen werden. Das originale dunkelgrün wurde durch einen sehr ähnlichen Metallic-Farbton aus dem VW-Katalog ersetzt; das Dach konnte in dem ursprünglichen Weiß lackiert werden. Die Rohkarosse wurde innen und außen komplett lackiert; die Kalkulation für die Lackierung hat einen Betrag von 23.500 DM ergeben. Nach der bestandenen Meisterprüfung wurde der Karmann erst mal wieder weggestellt.

Die nächste Episode der Restauration des Karmanns spielt sich wieder ein paar Jahre später ab. Der Besitzer, der zu der Zeit im Oldtimer-Gewerbe tätig war, erhielt eine Bewerbung von einem Polsterer aus dem Ausland. Um sich zu beweisen, sollte dieser den Karmann neu ausstaffieren. Die Wahl des Materials fiel auf Echtleder in einem zum Dach passenden, hellen Farbton. Auch diese Arbeit wurde zur großen Zufriedenheit des Fahrzeugeigners ausgeführt und der Polsterer für weitere Aufträge engagiert. Dann hieß es für den Karmann wieder zurück zur Hibernation in die Scheune.

Der Wagen stand bis Dezember letzten Jahres, als sich der Besitzer entschloss, seine Corona-bedingte Freizeit in die Fertigstellung seines ersten Autos zu stecken. Die komplette Mechanik wurde überarbeitet, was Kosten in Höhe von 15.000 € (exkl. Arbeitskosten) verschlungen hat. Folgende Arbeiten wurden durchgeführt:

  • Motor komplett zerlegt, neu abgedichtet, neu gelagert und mit neuen Kolbenringen ausgestattet
  • neue Kupplung verbaut
  • neuer Auspuff mit neuen Wärmetauschern installiert -> die Heizung funktioniert gut, was für luftgekühlte VW selten der Fall ist
  • komplette Zündanlage wurde getauscht
  • Vergaserüberholung
  • neuer Kraftstofftank
  • Bremsen wurden komplett überholt, mit allen Leitungen, Bremssätteln, und Bremszylindern der Trommel
  • alle Stoßdämpfer neu
  • alle Fahrwerksgummis neu
  • Konservierung mit 10 Litern Wachs und Unterbodenschutz
  • komplette Elektrik durchgesehen und instandgesetzt
  • viele Kleinigkeiten mehr

Nach dieser Intensivkur funktioniert an diesem Fahrzeug alles. In den nachfolgenden Absätzen wird das Fahrzeug in der Lots-to-Drive-typischen Manier in den einzelnen Bereichen beschrieben und dargestellt.

 

Exterieur

Wie sich aus dem vorangegangenen Bericht erahnen lässt, war der Karmann zum Kaufzeitpunkt wie viele andere eher “schweizer Käse” als Fahrzeug. Nach den zahlreichen Schweißarbeiten und der trockenen Lagerung ist das Fahrzeug heute rostfrei. Die Lackierung in “Dunkelgrün Metallic” und “Weiß” wurde kürzlich an einem der vorderen Kotflügel und einem Radlauf hinten wegen Kratzern, die während der Lagerung entstanden, behutsam nachlackiert.

Die einzige Schwäche des Fahrzeugs sind die Chromteile. Die vorderen und hinteren Stoßstangen sind Nachbauten aus Amerika, passen jedoch ziemlich gut. Ebenfalls Nachbauten sind die Türleisten, jedoch mit schlechterer Passung. Der Chromzierrat des Dachs ist noch der originale, befindet sich aber nicht mehr in gutem Zustand. Selbiges gilt für weitere Chromkleinteile, wie zum Beispiel die Hebel des Ausstellfensters im Fond.

Der Wagen steht auf sogenannten Weltmeister-Felgen, die vom namensgebenden Käfer-Sondermodell “Weltmeisterkäfer” stammen. Sie sind rundherum mit neuen (DOT 3020) Weißwandreifen des Fabrikats Radar Dimax Classic in der Dimension 155SR15 bezogen. Das Reserverad ist als vollwertige Rad-Reifen-Kombination des gleichen Typs wie die restlichen Räder ausgeführt. Die Felgen wurden aufgearbeitet und befinden sich in hervorragendem Zustand, was die seltenen Nabenkappen mit einschließt.

Interieur

Passend zur Farbe des Dachs ist das Interieur in Cremeweiß gehalten, was sehr gut mit dem Dunkelgrün der restlichen Karosserie harmoniert. Passend dazu ist der Boden mit dunklen Teppichen ausgelegt, die ebenfalls im Zuge der Restauration erneuert wurden.

Das Interieur wurde wie bereits beschrieben komplett überarbeitet. Für die Sitzbezüge kam ausschließlich Echtleder zum Einsatz. Die einzige Stelle mit Abnutzungsspuren ist die Kante der Fahrersitzlehne, sonst präsentiert sich das Interieur in neuwertiger Verfassung. Alle Instrumente, die Uhr und das originale Radio sind funktional. Hierfür wurden die Uhr und das Radio instandgesetzt.

Hervorzuheben ist, dass die Heizung des Karmann für einen luftgekühlten VW sehr gut funktioniert. Durch die Überarbeitung der Elektrik sind sämtliche Schalter und Tasten funktionsfähig.

 

Technik

Da auf die technischen Restaurationsarbeiten schon zu Beginn sehr ausführlich eingegangen wurde, wird dieser Abschnitt kurz gehalten. Die Mechanik ist kernsaniert und das Fahrzeug fährt sich hervorragend. Defekte sind keine bekannt. Der Besitzer bewegt das Fahrzeug mit einem roten Wechselkennzeichen, weswegen der Typ 14 über keine aktuelle Hauptuntersuchung und Oldtimerabnahme nach §23 StVZO verfügt. Vor Übergabe an den nächsten Besitzer wird aber eine Hauptuntersuchung und die Oldtimerabnahme durchgeführt.

Der charismatische und charmante VW-Boxer ist wohl mit der Karosserie des Typ 14 am anmutigsten eingekleidet. Er wollte nie als Sportwagen, sondern immer als eleganter Käfer verstanden werden. Dass dieses Konzept die Kunden angesprochen hat, ist gut überliefert: Der Typ 14 wurde im Gegensatz zu seinem großen Bruder dem Typ 34 zu einem herausragenden kommerziellen Erfolg.

Dieses 69er Exemplar kam dabei schon in den Genuss vieler technischer Verbesserungsmaßnahmen wie den auf 44 PS erstarkten Motor und den vorderen Scheibenbremsen, ohne jedoch schon zu den späteren, weniger beliebten Exemplaren mit den großen Leuchten zu gehören. Die moderne Schräglenkerachse der Halbautomatik-Typ-14 blieb indes allen manuell geschalteten Fahrzeugen bis 1970 vorenthalten.

Dieses grundlegend renovierte Fahrzeug steht in jeder Hinsicht vor dem Beginn seines zweiten Lebens. Nach einem jahrzehntelangen Dornröschenschlaf ist es nun wieder bereit, die Straßen der Welt unter die Räder zu nehmen. Dabei ist der Typ 14 so solide und zuverlässig wie ein Käfer, nur graziler.

 

Die Beschreibung des angebotenen Fahrzeugs basiert auf den Aussagen des Verkäufers, der diese nach bestem Wissen und Gewissen getätigt hat. Wir stellen kritisch und detailliert Fragen, um uns vom Zustand des Fahrzeugs zu überzeugen. Zusammen mit der ausführlichen Fotodokumentation ist das Inserat so akkurat wie möglich. Trotz alledem sind Interessenten selbst verantwortlich, sich in letzter Instanz persönlich mit der erforderlichen Sorgfalt von der Beschaffenheit des Fahrzeugs zu überzeugen. Nutzen Sie bei Anmerkungen und Fragen bitte die Kommentarspalte. Bei Interesse an einer Besichtigung kontaktieren Sie gerne den Verkäufer oder uns. 

Covid-19: Beachten Sie im Falle einer Besichtigung bitte unbedingt die Einhaltung des Mindestabstands und tragen Sie einen Mund-Nasen-Schutz. Sehr gerne richten wir für Sie alternativ auch ein Video-Meeting ein, um jegliches Ansteckungsrisiko zu vermeiden.

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Fahrzeugdaten

Lot

000028

Preis

33.000 €

Anbieter

Jörg

Verkaufstyp

privat

Standort

Vorwerk bei Tarmstedt, PLZ: 27412

Fahrgestellnummer

149431693

Anzahl der Vorbesitzer

2

Laufleistung

57.535 km

Farbe

Dunkelgrün metallic und weiß uni

Hubraum

1493 cm³

Leistung

44 PS

Nächste HU/AU

07/2023 (neu)

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